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Texte/Lyrics

Warum tötest du mich denn nicht schneller?
Fragte sie und weinte wie ein Kind
Und ihr Weinen drang aus jenem Keller
Wo die Träume eingemauert sind

Wieviel Jahre willst du mich noch hassen?
Rief sie aus und lag unheimlich still
Willst du mich nicht weiterleben lassen,
Weil ich ohne dich nicht leben will?
1.8.07 22:46


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noone knows how this world looks through my eyes



Centao - Noone knows



31.7.07 20:17


Es gibt Gefühlsmüll. Hergestellt wird er von den Denkfabriken. Er besteht aus vergangenen Schmerzen, die jetzt keinen Nutzen mehr haben. Er besteht aus Vorsichtsmaßnahmen, die einstmals wichtig waren, es jetzt aber nicht mehr sind.
Der Krieger hat auch seine Erinnerungen, aber er kann das Nützliche vom Nutzlosen trennen. Er wirft seinen Gefühlsmüll weg.
Ein Gefährte meint: "Aber das gehört doch zu meiner Geschichte. Warum soll ich Gefühle aufgeben, die mein Leben geprägt haben?"
Der Krieger lächelt, aber versucht nicht, etwas zu fühlen, was er nicht fühlt. Er ändert sich und möchte, dass seine Gefühle dies mit ihm tun
29.7.07 22:24


die Ärzte - Wie es geht

Ich schau dich an und du bist unbeschreiblich schön
Ich könnte ewig hier sitzen und dich einfach nur ansehn
Doch plötzlich stehst du auf und du willst gehen

Bitte geh noch nicht
Ich weiß, es ist schon spät
Ich will dir noch was sagen, ich weiß nur nicht, wie es geht
Bleib noch ein bisschen hier
Und schau mich nicht so an
Weil ich sonst ganz bestimmt überhaupt gar nichts sagen kann

Ich weiß selber nicht, was los ist - meine Knie werden weich
Im Film sieht es so einfach aus, jetzt bin ich kreidebleich
Ich weiß nicht, was ich sagen soll-mein Gott, jetzt gehst du gleich

Bitte geh noch nicht
Bleib noch ein bisschen hier
Ich muss dir noch was sagen, ich weiß nur nicht, wie es geht
Wie es geht

Ich dachte immer, dass es leicht wär
Ich dachte immer, dass ist doch kein Problem
Jetzt sitz ich hier wie ein Kaninchen vor der Schlange
Und ich fühl mich wie gelähmt

Ich muss sagen, ich weiß nur nicht wie
Ich muss es dir sagen, jetzt oder nie

Bitte geh noch nicht
Am besten gehst du nie
Ich habs dir schon so oft gesagt in meiner Phantasie
Bleib noch ein bisschen hier
Bitte geh noch nicht
Was ich versuche dir zu sagen, ist:
Ich liebe dich

Ich weiß nicht, wie es geht
Wie es geht
29.7.07 20:14


Wer liebt und dabei auf Gegenliebe hofft,
der verliert nur seine Zeit.

Paulo Coelho, Der Dämon und Fräulein Prym
28.7.07 18:08


Jane Siberry - It Can't Rain All the Time


We walked the narrow path,
beneath the smoking skies.
Sometimes you can barely tell the difference
between darkness and light.
Do you have faith
in what we believe?
The truest test is when we cannot,
when we cannot see.

I hear pounding feet in the,
in the streets below, and the,
and the women crying and the,
and the children know that there,
that there's something wrong,
and it's hard to believe that love will prevail.

Oh it won't rain all the time.
The sky won't fall forever.
And though the night seems long,
your tears won't fall forever.

Oh, when I'm lonely,
I lie awake at night
and I wish you were here.
I miss you.
Can you tell me
is there something more to belive in?
Or is this all there is?

In the pounding feet, in the,
In the streets below, and the,
And the window breaks and,
And a woman falls, there's,
There's something wrong, it's,
It's so hard to believe that love will prevail.

it won't rain all the time.
The sky won't fall forever.
And though the night seems long,
your tears won't fall, your tears won't fall, your tears won't fall
forever.

Last night I had a dream.
You came into my room,
you took me into your arms.
Whispering and kissing me,
and telling me to still belive.
But then the emptiness of a burning sea against which we see
our darkest of sadness.

Until I felt safe and warm.
I fell asleep in your arms.
When I awoke I cried again for you were gone.
Oh, can you hear me?

It won't rain all the time.
The sky won't fall forever.
And though the night seems long,
your tears won't fall forever.
It won't rain all the time
The sky won't fall forever.
And though the night seems long,
your tears won't fall, your tears won't fall,
your tears won't fall
forever.
27.7.07 16:58




Slike so varovane še po tem ko gredo
vsi prostori ostanejo prav taki kot so
vsi prelepi vrtovi se spreminjajo
v zmes bolečine in solz
še grmi krik v glavi
samo ne on ne on

Nočem neba brez vseh zvezd
nočem vrtov brez dreves
slika edino ne ve slika edino ne ve



to the one my heart belongs to....
25.7.07 23:46


NATASHA BEDINGFIELD - I Bruise Easily

My skin is like a map
Of where my heart has been
And I cant hide the marks
Its not a negative thing
So I let down my guard
Drop my defences down by my clothes
I'm learning to fall
With no safety net to cushion the blow

I bruise easily
So be gentle when you handle me
Theres a mark you leave
Like a love heart carved on a tree
I bruise easily
Can't scratch the surface
Without moving me underneath
I bruise easily
I bruise easily

I found your fingerprints
On a glass of wine
Do you know you're leaving them
All over this heart of mine too
But if I never take this leap of faith
I'll never know
So im learning to fall
With no safety net to cushion the blow

Anyone who can touch you
Can hurt you or heal you
Anyone who can reach you
Can love you or leave you

So be gentle...

I bruise easily
I bruise easily
21.7.07 17:22


Gedanken
bringen uns nicht weiter
sie geschehen im Kopf
während die Zeit
weiterschreitet
die Frage
was wäre wenn
hält mich gefangen
in den Gedanken
wo ich jetzt wäre
wie es sich anfühlen würde
und ich bin traurig
weil es nicht so ist

ich klammer mich
an der Hoffnung fest
dass das Schicksal
so entschieden hat
und die Zeit nicht gegen mich
sondern für mich
entscheidet

vielleicht hat ja wirklich alles
einen Grund
und alles wird gut








ich denk an dich
auch wenn du es nicht merkst
aber bei jedem Schritt
bei jedem Atemzug
bin ich in Gedanken
bei dir

irgendwann....
21.7.07 12:02


ich will dich
kratzen
beißen
küssen
anschreien
lieben
verfluchen
ans Bett fesseln
hassen

ich will dich
17.7.07 15:12


ich verzehre mich nach dir
deinem Blick
deinem Atem
ich verzehre mich nach dir
wie du redest
wie du lachst
ich verzehre mich nach dir
deinen Händen
nie gefühlt
doch ich stelle mir vor
wie es wäre
und hoffe insgeheim
dass du mich nicht vergessen hast
16.7.07 23:10


ich werde dir nicht die Genugtuung geben
mich leiden zu sehen!
15.7.07 20:30


Zuweilen stellt der Krieger des Lichts fest, dass sich bestimmte Augenblicke wiederholen.
Häufig sieht er sich vor Problemen gestellt, vor denen er schon einmal gestanden hat. Dann ist er niedergeschlagen und macht sich Vorwürfe, weil er meint, er käme im Leben einfach nicht weiter, weil er erneut mit denselben Schwierigkeiten zu kämpfen hat.
"Das habe ich doch alles schon einmal durchgemacht", klagt er dann seinem Herzen.
"Stimmt, du hast das alles schon einmal durchgemacht," antwortet das Herz. "Aber wirklich überwunden hast du die Probleme nicht."
Da begreift der Krieger, dass hinter der Wiederholung seiner Erfahrungen nur ein einziges Ziel steht: ihn zu lehren, was er noch nicht begriffen hat.
15.7.07 16:19


070715

etwas unspektakulär und desillusionierend sind Songtexte, wenn man sie sich näher betrachtet. Ich wollte das hier schon länger posten, hab's aber immer wieder vergessen.

Für die 3 Leute, die ebenfalls Siddharta kennen ...

Diese mystische, geheimnisvolle, ach so dynamisch klingende, ins Mikrofon gepresste Stelle in T.H.O.R., wo man automatisch das Wörterbuch zücken möchte, um zu ergründen, was der Sänger uns damit sagen möchte und vor allem: in welcher Sprache tut er es eigentlich?!

In englisch! Und jeder der ihn ein wenig näher kennt, weiß, dass DAS schon eine große Leistung für ihn ist! *herumgähn*

Nur....

*tusch*

andersherum!

Ein popeliges Anagramm! Mit so tollen Wörtern wie:

rehtaf (father), dadruoy (your dad), rehtom (mother), tnuaroy (your aunt), rehtorb (brother), namruoy (your man), retsis (sister), nafruoy (your fan)

Da das ein Slowene singt, klingt es dementsprechend extraordinär. Dabei sind diese Wortspiele Kindergartenniveau.. naja.. für einen Mann vielleicht Grundschulniveau...

Wer mir jetzt nochmal sagt Tomi M. sei der größte Dichter Sloweniens, der kriegt hier was von France Prešeren um die Ohren gehauen!

Die slowenischen Wörter dann in der derzeit vernachlässigten Rubrik "every day a new word"
15.7.07 13:51


Maria Mena - Just hold me

Comfortable as I am,
I need your reassurance
Comfortable as you are,
You count the days
But if I wanted silence I would whisper
If I wanted loneliness I'd choose to go
If I liked rejection I'd audition
And if I didn't love you, you would know

So why can't you just hold me,
how come it's so hard?
Do you like to see me broken?
Why do I still care?

You say you see the light now
at the end of this narrow hall
I wish it didn't matter
I wish I didn't give you all

But if I wanted silence I would whisper
If I wanted loneliness I'd choose o go
If I liked rejection I'd audition
And if I didn't love you, you would know

So why can't you just hold me
How come it's so hard?
Do you like to see me broken?
Why do I still care?

Poor little misunderstood baby
No one likes a sad face
But I can't remember life without him
I think I did have good days
I'm sure I did have good days

So why
12.7.07 23:39


Die Hoffnung stirbt nicht nur zuletzt,
sie muß manches Mal geradezu ermordet werden.

© Martin Gerhard Reisenberg, (*1949)
6.7.07 22:56


Auszüge aus 11 Minuten

Alles sagt mir, dass ich kurz davor stehe, eine falsche Entscheidung zu treffen, aber wer handelt, macht zwangsläufig auch Fehler. Was will die Welt von mir? Dass ich keine Risiken eingehe? Dass ich wieder dahin zurückkehre, wo ich herkomme und nie den Mut aufbringe, ja zum Leben zu sagen? Ich habe schon einmal eine falsche Entscheidung getroffen, seither habe ich begriffen, dass sich manchmal keine zweite Gelegenheit ergibt und man besser die Geschenke annimmt, die die Welten einem vor die Füße legt. Natürlich ist es riskant, aber ist es riskanter, als mit dem Überlandbus zu fahren? Wenn ich jemandem treu sein muss, dann in erster Linie mir selbst. Ich muss erst einmal die mittelmäßigen Lieben satt haben, die mir bislang über den Weg gelaufen sind, um mich dann auf die Suche nach der wahren Liebe zu begeben. Viel Lebenserfahrung habe ich nicht, aber eines weiß ich: dass man nichts besitzen kann, alles ist Illusion – sowohl materielle wie spirituelle Güter. Wer schon einmal etwas verloren hat, von dem er glaubte, er würde es nie verlieren, weiß am Ende, dass ihm nichts gehört. Und wenn ich nichts besitze, muss ich auch meine Zeit nicht damit vergeuden, mich um Dinge zu sorgen, die mir nicht gehören; es ist besser, ich lebe jeden Tag, als wäre es der erste (oder der letzte) Tag meines Lebens.

[...]

Heute bin ich an einem Vergnügungspark vorbeigekommen. Da ich mit meinem Geld haushalten muss, habe ich nur die Leute angesehen. Ich habe lange vor einer Achterbahn gestanden: ich sah die meisten Leute da hineingehen, um den großen Kick zu erleben, doch wenn die Bahn sich in Bewegung gesetzt hatte, kamen sie vor Angst fast um und wollten wieder aussteigen. Was wollten sie bloß? Wenn sie das Abenteuer suchten, sollten sie dann nicht bereit sein, es bis zum Ende durchzustehen? Oder glaubten sie, dass es besser wäre, dieses Auf und Ab nicht mitzumachen und die ganze Zeit in einem Karussell zu sitzen und auf der Stelle zu kreisen? Im Augenblick bin ich zu einsam, um an Liebe zu denken, aber ich muss mir einreden, dass das vorübergeht, dass ich Arbeit bekomme. Außerdem bin ich hier, weil ich dieses Schicksal selbst gewählt habe, Die Achterbahn ist wie mein Leben, und das Leben ist ein starkes, berauschendes Spiel. Leben heißt mit einem Fallschirm abspringen; Leben heißt etwas riskieren, hinfallen und wieder aufstehen; Leben ist wie Steilwandklettern, es bedeutet, nicht zu ruhen und nicht zu rasten, bis man den eigenen Gipfel erklommen hat. Es fällt mir nicht leicht, weit weg von meiner Familie zu sein, meine Gefühle nicht in meiner Muttersprache ausdrücken zu können, aber von heute an werde ich jedes Mal, wenn ich deprimiert bin, an diesen Vergnügungspark denken. Was für ein Gefühl wäre es, wenn ich abends in meinem Bett einschlafen und morgens plötzlich in einer Achterbahn aufwachen würde? Nun, zuallererst würde ich das Gefühl haben, gefangen zu sein, mir würde in den Kurven vor Angst speiübel werden und ich würde aussteigen wollen. Wenn ich allerdings darauf vertraue, dass die Schienen mein Schicksal sind, dass Gott diese Maschine lenkt, dann würde dieser Alptraum etwas Aufregendes. Die Achterbahn wäre genau das, was sie auch ist, eine sichere, vertrauenswürdige Konstruktion mit kleinen Wägelchen, die an ihr Ziel gelangen werden. Und während der Fahrt kann ich die Landschaft um mich herum betrachten und vor Aufregung schreien.

[...]

Ich erinnere mich an alles, nur nicht an den Augenblick, in dem ich die Entscheidung getroffen habe. Merkwürdigerweise habe ich überhaupt keine Schuldgefühle. Früher hielt ich die Mädchen, die für Geld mit jemandem ins Bett gehen, für Frauen, denen das Leben keine andere Wahl gelassen hat – und jetzt sehe ich, dass das nicht stimmt. Ich hätte nein sagen können, keiner hat mich gezwungen. Ich gehe durch die Straßen, schaue die Leute an, um zu sehen, ob sie ein Leben führen, das sie selbst gewählt haben. Oder ob sie das Schicksal gewähren lassen. Eine Hausfrau, die davon träumt, Model zu werden. Ein Bankangestellter, der eigentlich Musiker werden wollte. Ein Zahnart, der heimlich ein Buch geschrieben hat und lieber Schriftsteller wäre. Das Mädchen, dass davon geträumt hatte, als Fernsehschauspielerin Karriere zu machen, aber nur einen Job als Kassiererin in einem Supermarkt gefunden hat. Ich tue mir gar nicht leid. Ich bin kein Opfer, denn ich hätte das Restaurant hocherhobenen Hauptes mit unangetasteter Ehre und leerer Brieftasche verlassen können. Ich hatte viele Möglichkeiten, dennoch habe ich das Schicksal für mich entscheiden lassen, welchen Weg ich einschlug. Ich stehe nicht allein da, obwohl es so aussieht, als sei es mein Schicksal, am Rand der Gesellschaft zu leben. Aber bei der Suche nach dem Glück ergeht es uns allen gleich – dem Angestellten/Musiker ebenso wie dem Zahnarzt/Schriftsteller, der Kassiererin/Schauspielerin, der Hausfrau/Model – keiner von uns ist glücklich.

[...]

Alle Männer, die kleinen wie die großen, die arroganten oder schüchternen, die sympathischen oder abweisenden, haben eins gemeinsam: Sie haben Angst, wenn sie in den Nachtclub kommen. Die Erfahrenen verbergen ihre Angst, indem sie laut reden, während die Schüchternen sie nicht überspielen können und sich zuerst Mut antrinken müssen. Was aber nichts daran ändern, dass sie alle Angst haben. Wovor haben sie Angst? Eigentlich müsste ich diejenige sein, die Angst hat. Ich gehe mit ihnen in ein Hotel, bin ihnen körperlich unterlegen, trage keine Waffen bei mir. Die Männer sind wirklich merkwürdig, und ich meine nicht nur die, die in den Nachtclub kommen, sondern alle, die ich bislang kennengelernt habe. Sie schlagen, schreien, drohen – aber kommen um vor Angst vor einer Frau. Vielleicht nicht vor der, die sich geheiratet haben, aber es gibt immer eine, die sie fürchten und nach deren Pfeife sie tanzen. Und sei es die eigene Mutter.

[...]

Man musste vermeiden, dass sich die Männer schämten. Diese Männer, die bei ihrer Arbeit so mächtig und arrogant waren, die sich tagsüber mit Angestellten, Kunden, Lieferanten herumschlugen und mit Vorurteilen, Geheimnissen, Verstellung, Heuchelei, Angst, Unterdrückung umgehen konnten, ließen den Tag in einem Nachtclub ausklingen, und die gaben gern Geld dafür aus, einmal eine Nacht lang nicht sie selbst sein zu müssen. >Eine Nacht lang? Da übertreibst du aber, Maria! Tatsächlich sind es fünfundvierzig Minuten, minus die Zeit die zum Ausziehen, ein paar Zärtlichkeiten, etwas Small Talk und wieder Anziehen draufgeht, macht elf Minuten für den eigentlichen Sex.< Elf Minuten. Die Welt drehte sich um etwas, was nur elf Minuten dauerte! Und wegen dieser elf Minuten von den vierzundzwanzig Stunden eines Tages heiraten sie, ernährten sie eine Familie, ertrugen das Kindergequengel, erfanden die wildesten Ausreden, wenn sie zu spät nach Hause kamen. Wegen dieser elf Minuten schauten sie zig, Hunderte anderer Frauen an, mit denen sie gern am Genfersee entlang spaziert wären. Wegen dieser elf Minuten kauften sie treure Kleidung für sich und noch viel teurere für die Frauen, bezahlten sie Prostituierte, um das zu kompensieren, was ihnen fehlte, erhielten sie eine riesige Industrie für Kosmetik, Diäten, Gymnastik, Pornographie, Macht aufrecht – und wenn sie mit anderen Männern zusammen waren, sprachen sie überraschenderweise nie über Frauen, sonder über die Arbeit, über Geld oder Sport. Wenn ich heute jemandem mein Leben erzählen sollte, könnte ich es so drehen, dass man meinen könnte, ich sei eine unabhängige, mutige und glückliche Frau. Nichts davon ist wahr: Ich darf das einzige Wort nicht erwähnen, das viel wichtiger ist als die elf Minuten – Liebe. Mein ganzes Leben lang habe ich unter Liebe eine Art selbstgewählter Sklaverei verstanden. Ich habe mich getäuscht: Freiheit gibt es nur dort, wo Liebe ist. Wer sich vollkommen hingibt, wer sich frei fühlt, liebt am meisten. Und wer am meisten liebt, der fühlt sich frei. Was auch immer ich erleben, tun, herausfinden kann, nichts hat einen Sinn ohne Liebe. Ich hoffe, dass diese Zeit schnell vorbeigeht, damit ich die Suche nach mir selbst wieder aufnehmen kann – die sich in einem Mann wiederspiegelt, der mich versteht, der mir nicht weh tut. Aber was sage ich da? In der Liebe kann keiner dem anderen weh tun; für seine Gefühle ist jeder selbst verantwortlich, und wir können nicht die anderen dafür verantwortlich machen. Ich habe gelitten, als ich die Männer verlor, in die ich mich verliebt hatte. Heute bin ich überzeugt, dass man niemanden verlieren kann, ganz einfach weil man niemanden besitzt. Das ist die wahre Erfahrung von Freiheit: das Wichtigste auf der Welt zu haben, ohne es zu besitzen.

[...]

Als wir heute auf dem Jakobsweg am See entlang gegangen sind, hat der Mann – ein Maler, der ein so anderes Leben führt als ich – ein Steinchen ins Wasser geworfen. An der Stelle, an welcher der Stein hineinfiel, bildeten sich kleine Kreise, die sich immer mehr ausweiteten, bis sie eine Ente erreichten, die zufällig vorbeischwamm. Sie erschrak aber nicht, sondern spielte einfach mit den Wellten. Wenige Stunden zuvor war ich in ein Café gegangen, hatte eine Stimme gehört und es war so, als habe Gott einen Stein ins Wasser geworfen. Die Wellten der Energie berührten mich und einen Mann, der in einer Ecke ein Bild malte. Er hat die Energie des Steins gespürt und ich auch. Und nun? Ich kann so weitermachen wie bisher. Ich kann aber mich auch wie die Ente im See vergnügen und mich über den Wellengang freuen, der plötzlich aufgekommen ist und das Wasser aufgewühlt hat. Dieser Stein hat einen Namen: Leidenschaft – wenn zwei Menschen einander begegnen, kann er wie ein Blitz einschlagen. Die Leidenschaft liegt in der Erregung, die das Unerwartete hervorruft, in de Wunsch, etwas mit Hingabe zu tun, in der Gewissheit, dass es einem gelingen wird, einen Traum zu verwirklichen. Die Leidenschaft gibt uns Zeichen, die uns im Leben leiten – und es bleibt mir überlassen, diese Zeichen zu deuten. Ich würde gerne glauben, dass ich verliebt bin. In jemanden, den ich nicht kenne und der in meinen Plänen nicht vorgesehen war. All diese Monate der Selbstkontrolle, diese Weigerung, mich zu verlieben, haben genau das Gegenteil bewirkt: Ich bin auf den ersten Menschen geflogen, der mir eine andere Art von Aufmerksamkeit geschenkt hat.

[...]

Die Leidenschaft bewirkt, dass man nicht mehr essen, nicht mehr schlafen, nicht mehr normal arbeiten kann. Sie raubt einem den Seelenfrieden. Sie reißt alles mit, was sich ihr in den Weg stellt und das macht vielen angst. Niemand möchte seine Welt in Unordnung bringen. Deshalb schaffen es viele, diese Bedrohung unter Kontrolle zu halten. Deshalb versuchen viele, ihre Welt wie ein Haus von allen Seiten abzustützen, obwohl dessen Balken längst morsch sind. Andere wieder handeln genau umgekehrt: Sie geben sich blind hin, ohne nachzudenken, und hoffen, in der Leidenschaft die Lösung all ihrer Probleme zu finden. Sie übertragen dem anderen die alleinige Verantwortung für ihr Glück und die alleinige Schuld an ihrem Unglück. Entweder sind sie permanent euphorisch, weil etwas Wunderbares mit ihnen passiert, oder permanent deprimiert, weil etwas Unerwartetes alles zerstört hat. Was ist weniger zerstörerisch: sich von der Leidenschaft fernzuhalten oder sich ihr blind hinzugeben? Ich weiß es nicht.

[...]

Ich bin einem Mann begegnet und habe mich in ihn verliebt. Ich habe es aus einem einfachen Grund zugelassen: Ich erhoffte mir nichts. Ich habe es nicht mehr ausgehalten ohne Liebe; ich bin an meine Grenzen gestoßen. Alle können lieben, denn sie wurden mit dieser Gabe geboren. Einige Menschen lieben von Anfang an richtig, aber die meisten müssen es erst wieder lernen, müssen sich daran erinnern, wie man liebt, und ausnahmslos alle müssen auf dem Scheiterhaufen ihrer vergangenen Gefühle brennen und Freunden und Schmerzen, Höhen und Tiefen wiedererleben, bis sie den roten Faden erkennen, der unsere Begegnungen miteinander verknüpft.

[...]

Als ich nichts zu verlieren hatte, hatte ich alles. Als ich aufhörte, die zu sein, die ich war, habe ich mich selbst gefunden.

[...]

„Lass uns ein andermal darüber reden; heute möchte ich bei dem einen Thema bleiben. Ich muss den Schmerz begreifen.“
„Du hast ihn gestern gespürt und herausgefunden, dass er zur Lust führt. Du hast ihn heute gespürt und den Frieden gefunden. Er findet sich in unserem Alltag, im verbogenen Leiden, im Verzicht, den wir leisten. Und wir geben dann der Liebe Schuld am Scheitern unserer Träume. Der Schmerz erschreckt, wenn er sein wahres Gesicht zeigt, aber er ist verführerisch, wenn er als Opfer, als Verzicht erscheint. Oder als Feigheit. Sosehr der Mensch den Schmerz auch ablehnt, so sehr liebt er ihn auch, macht er ihn zu einem Teil seines Lebens.“
„Das glaube ich nicht. Niemand leidet gern“
„Wenn du begreifst, dass du, ohne zu leiden, leben kannst, dann ist damit ein großer Schritt getan – aber glaube ja nicht, dass jemand anders dich verstehen wird. Nein, niemand leidet gern, und dennoch suchen alle den Schmerz, das Opfer und fühlen sich dadurch gerechtfertigt, fühlen sich rein, glauben, sich damit die Anerkennung ihrer Kinder, Ehemänner und Ehefrauen, Nachbarn und auch von Gott zu verdienen. Zieht der Soldat in den Krieg, um den Feind zu töten? Nein: Er will für sein Land sterben. Zeigt die Frau ihrem Mann gern, dass sie zufrieden ist? Nein: Sie möchte, dass er sieht, wie sie sich für ihn abplagt, um ihn glücklich zu machen. Geht der Mann zur Arbeit, weil er glaubt, sich darin selbst zu verwirklichen? Nein: Er rackert sich ab für seine Familie. Und so weiter: Kinder, die auf ihre Träume verzichten, um den Eltern eine Freude zu machen, Eltern, die auf ihr Leben verzichten, um den Kindern eine Freude zu machen – Schmerz und Leid werden so zu Beweisen für etwas, was allein Freude bringen sollte: Liebe.“

[...]

Es war einmal ein Vogel. Er besaß ein Paar vollkommener Flügel und glänzende, bunte, wunderbare Federn und war dazu geschaffen, frei am Himmel zu fliegen, denen zur Freude, die ihn sahen. Eines Tages sah eine Frau diesen Vogel und verliebte sich in ihn. Sie schaute mit vor Staunen offenem Mund seinem Flug zu, ihr Herz schlug schneller, ihre Augen leuchteten vor Aufregung. Er bat sie, ihn zu begleiten und beide schwebten in vollkommener Harmonie am Himmel. Und sie bewunderte, verehrte, feierte den Vogel. Aber dann dachte sie: vielleicht möchte er ferne Gebirge kennenlernen! Und die Frau bekam Angst. Fürchtete, dass sie so etwas mit einem anderen Vogel nie wieder erleben könnte. Und sie wurde neidisch auf den Vogel, der aus eigener Kraft fliegen konnte. Und sie fühlte sich allein. Und dachte: >Ich werde dem Vogel eine Falle stellen. Wenn er zurückkommt, wird er nie wieder wegfliegen können.< Der Vogel, der auch verliebt war, kam am nächsten Tag zurück, ging in die Falle und wurde in einen Käfig gesteckt. Die Frau schaute täglich nach dem Vogel. Er war ihre ganze Leidenschaft, und sie zeigte ihn ihren Freundinnen, die meinten >Du hast vielleicht ein Glück.<. Dennoch vollzog sich eine merkwürdige Veränderung: Seit sie den Vogel besaß und ihn nicht mehr zu erobern brauchte, begann sie das Interesse an ihm zu verlieren. Der Vogel, der nicht mehr fliegen konnte, was den Sinn seines Lebens ausmachte, wurde schwach, glanzlos, hässlich. Die Frau beachtete ihn nicht mehr, fütterte ihn nur noch und reinigte seinen Käfig. Eines Tages starb der Vogel. Die Frau war tieftraurig und konnte ihn nicht vergessen. Aber sie erinnerte sich dabei nicht an den Käfig, nur an den Tag, an dem sie den Vogel zum ersten Mal gesehen hatte, wie er fröhlich zwischen den Wolken dahinflog. Hätte sie genauer in sich hineingeschaut, so hätte sie bemerkt, dass das, was sie am Vogel so sehr begeisterte, seine Freiheit war, sein kräftiger Flügelschlag, nicht sein Körper. Ohne den Vogel verlor auch für die Frau das Leben seinen Sinn und der Tod klopfte an die Tür - >Wozu bist du gekommen?< fragte sie den Tod - >Damit du wieder mit dem Vogel zusammen am Himmel fliegen kannst<, gab der Tod zur Antwort. >Wenn du ihn hättest fliegen und immer wiederkommen lassen, hättest du ihn geliebt und noch mehr bewundert, aber nun brauchst du mich, um ihn wiederzusehen.<

[...]

Alle Sprachen der Welt kennen dieses Sprichwort: >Aus den Augen, aus dem Sinn.< Nichts ist weniger wahr: Je weiter etwas weg ist, desto größer ist die Sehnsucht, desto stärker die Gefühle, die wir zu unterdrücken und zu vergessen versuchen.
5.7.07 22:18


Heute musste ich mir eingestehen, dass ich im Großen und Ganzen Realist bin. Passt nicht zu meiner Eigenschaft als Tagträumer?! Doch! Immerhin versuche ich nicht mit aller Macht meinem Traum hinterher zu eifern. Ich verliere, trotz allem hoffen und wünschen nie aus den Augen, dass es hier noch eine andere Welt gibt. Und diese andere Welt ist geprägt von Geldsorgen, hohen Lebensansprüchen, Wissensdurst und dem Gefühl dem Alltag gerecht werden zu müssen. Ich schiebe meinen Traum nicht auf, da ich ganz genau weiß, dass ich nur heute diese Chance habe und sie – wenn ich sie nicht jetzt wahrnehme – für immer vertan ist. Es gibt kein aber-wenn-ich-in-ein-paar-Monaten-alles-geregelt-habe-kann-ich-es-erneut- versuchen, denn nicht nur meine Zeit geht unaufhörlich weiter, sondern auch die der anderen. Und mit jeder weiteren Sekunde entferne ich mich weiter weg, von diesem kleinen Funken, den ich dachte in den Augen gesehen zu haben. Eigentlich sollte ich mich freuen; ich habe mehr als man sich wünschen kann! Aber es liegt einfach nicht in meiner Natur sich mit dem zufrieden zu stellen, was sich mir bietet. Wenn es da nur diese eine, einzige Sache geben würde, wäre es klar für mich und ich würde sofort meinen Koffer packen und fahren. Aber es gibt noch so viele andere, kleine Dinge, die ich auch unbedingt besitzen, erlernen, erfahren möchte, die so viel einfacher zu erfüllen sind und mich davon abhalten, dem Funken hinterher zu jagen. Wer zu viel vom Leben verlangt, blockiert sich selber! Ich merke es, da ich schwer alles gleichzeitig befriedigen kann, was ich will. Und dann bevorzuge ich lieber die kleinen Dinge, die nicht weh tuenden Dinge, die mir nur geben können, aber von mir nichts wirklich abverlangenden Dinge, die niemals mich abweisenden Dinge! Es tut mir in der Seele weh, wenn ich jetzt jemanden schreiben muss, dass ich aufgebe, dass ich verloren habe und nicht mit dabei sein kann, möchte, darf. Ich hatte die Wahl. Und ich habe mich entschieden. Und nie mehr wird diese eine Chance zurückkommen, die sich mir heute geboten hat.

Edit (15:12 Uhr): und warum habe ich das Gefühl, dass es falsch ist, dass ich abgesagt habe und etwas ganz wunderbares verpasse?!?! Aller guten Dinge waren.. ehm...
5.7.07 11:20



je mehr die Zeit vergeht
desto mehr denke ich
dass ich dich gehen lassen muss
dass ich verloren habe

jede Sekunde verrinnt
ohne dich
und es fühlt sich gut an
besser jedenfalls
als noch in deiner Nähe

ich stelle die Musik aus
und ich habe das Gefühl
dich endlich zu vergessen

ich fühl mich stark
dir nicht hinterherzulaufen
anders zu sein als früher
und ich denke, dass du
deinen eigenen Weg gehen musst
weit weg von mir

doch ein Blick auf dein Bild
sagt mir, dass ich lüge
und ich dich wohl verdrängen
aber nie ganz vergessen kann

warum tut es jetzt so weh
wenn ich doch noch vor Sekunden
dachte, es wäre vorbei?
bitte lass mich frei
ich bin nicht stark genug
um so weiterzumachen
du wirst mir nie gehören
also lass mich endlich gehn!



1.7.07 22:10


es ist so einfach
verbittert zu sein
1.7.07 17:12


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